Geschichte der Juden in Schleusingen

Der erste Nachweis einer jüdischen Besiedelung Schleusingens stammt aus dem Jahr 1298. Diese endet abrupt in einem Pogrom durch die so genannten Rintfleisch-Banden.

Der zweite Nachweis ist verknüpft mit den Jahren 1348/50, als Europa von der Pest heimgesucht und deren Ursache in der Brunnenvergiftung durch die Juden gesehen wurde. Erneut erfolgte die Ermordung und Vertreibung auch der Schleusinger Juden.

Von Beginn bis Mitte des 16. Jahrhunderts sind verschiedene jüdische Familien nachweisbar, die jedoch durch die Henneberger Herrschaft nach Eingaben und Protesten der Stadtverordneten und Geistlichen Schleusingens ausgewiesen wurden. Erst durch die Erlaubnis des Zuzuges von 10 jüdischen Familien im Jahre 1704 entwickelt sich eine jüdische Gemeinde, die zweieinhalb Jahrhunderte nahezu ungestört hier leben und arbeiten konnte. Diese ist es auch, die 1710 den jüdischen Friedhof im Pulvergrund anlegte.

Da die Zahl der Gemeindemitglieder im 19. Jahrhundert auf 85 angewachsen war, durften sie am 26. Oktober 1881 ihre neugebaute Synagoge einweihen.

Die mehr als 230jährige jüdische Besiedelung Schleusingens endet im Nationalsozialismus mit dem Abtransport der letzten Juden im September 1942.