Geschichte der Juden in Mühlhausen

Jüdisches Leben ist in der ehemaligen Reichsstadt seit dem 13. Jahrhundert nachweisbar. Die Jahrhunderte bis zur Auflösung der Gemeinde zu Beginn des 16. Jahrhunderts sind geprägt von Duldung; immer wieder aber auch von Verfolgungen wie bei den Pogromen 1349 und 1452. Als Vertreter jüdischer Gelehrsamkeit im 15. Jahrhundert soll Lipman-Mühlhausen genannt sein.

Aus vereinzelten Neuansiedlungen im 17. Jahrhundert entwickelte sich im 18. Jahrhundert eine erstarkende jüdische Gemeinde. Das 19. und beginnende 20. Jahrhundert sind auch in Mühlhausen von jüdischer Emanzipation gekennzeichnet. Im Jahr 1841 wurde die glücklicherweise erhaltene Synagoge in der Jüdenstraße 24 erbaut.

In der Zeit des Nationalsozialismus vertrieben oder ermordet, verließen die wenigen zurückgekehrten oder zugezogenen Juden in den 1950er Jahren Mühlhausen.

Neben der im Jahr 1998 restaurierten Synagoge, die nun als Begegnungsstätte dient, erinnern Stolpersteine, der jüdische Friedhof und Dokumente im Stadtarchiv an jüdisches Leben in Mühlhausen.

Literatur
Liesenberg, Carsten: Zur Geschichte der Juden in Mühlhausen und Nordthüringen und die Mühlhäuser Synagoge, Mühlhäuser Beiträge, Sonderheft 11, Mühlhausen 2002.

Distanzen. Jüdisches Leben in Mühlhausen. Ausstellungen des Stadtarchivs Mühlhausen, Bd. 2; Schriftenreihe der FRIEDRICH-CHRISTIAN-LESSER-STIFTUNG, Bd. 28, [Petersberg 2013].