Geschichte der Juden in Erfurt

Die Stadt Erfurt hat eine reiche jüdische Geschichte. Schon im ausgehenden 11. Jahrhundert siedelten sich Juden in der bedeutenden Handelsstadt an. Seit dieser Zeit spielte die jüdische Gemeinde eine wichtige Rolle für die Entwicklung der Stadt. Zeiten wirtschaftlicher und kultureller Blüte wechselten sich hier wie anderswo mit grausamen Verfolgungen ab, mehrfach wurden die Juden aus Erfurt vertrieben.

Bis heute haben sich hier zahlreiche Bau- und Sachzeugnisse erhalten, die in ihrer Verbindung ein Schlaglicht auf die besondere Geschichte der jüdischen Gemeinden seit dem Mittelalter werfen. Dazu zählt die Alte Synagoge mit frühesten Bauspuren um 1094. Sie ist heute ein Museum, das anhand außergewöhnlicher Exponate wie dem Erfurter Schatz, einem der größten und bedeutendsten mittelalterlichen Schatzfunde aus jüdischem Besitz, sowie zeitgenössischer Handschriften die besondere Geschichte der jüdischen Gemeinde von Erfurt im Mittelalter erzählt. Ebenfalls aus dem Mittelalter stammt die 2007 ausgegrabene Mikwe hinter der Krämerbrücke. 1840 wurde die Kleine Synagoge erbaut und 1952 die Neue Synagoge, die einzige nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der DDR neu errichtete Synagoge.

All diese Orte sind zum Netzwerk "Jüdisches Leben Erfurt" zusammen gefasst.

Die mittelalterlichen Bau- und Sachzeugnisse sind als Ensemble weltweit einmalig, weshalb seit 2009 die Nominierung zum UNESCO-Weltkulturerbe vorbereitet wird. In diesem Kontext wird die wissenschaftliche Grundlagenforschung zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Erfurt sowie den erhaltenen Sachzeugnissen fortgesetzt und intensiviert.